Bereits 1982 wurden in Japan die positiven physiologischen Effekte des Waldbadens beschrieben. Beim Waldbaden hält man sich bewusst in einem Wald auf und nimmt dessen Atmosphäre auf. Dies erfolgt durch einen Spaziergang im Wald beziehungsweise durch das längere Verweilen an einem Ort im Wald. Wissenschaftlich wurde nachgewiesen, dass bereits 20 Minuten ausreichen, um den Cortisolspiegel, die Pulsfrequenz und den Blutdruck zu senken. Gleichzeitig wurde der Parasymphatikus (das dominante Nervensystem im Ruhemodus) aktiviert und der Sympathikus (das dominante Nervensystem bei Anspannung und Leistungsbereitschaft – fight or flight) deaktiviert. Diese Art von Waldmedizin gehört in Japan zu den anerkannten medizinischen Therapien der Präventivmedizin. Japanische Studien haben folgende Effekte des Waldbadens anhand von Messreihen feststellen können:
- Die Aktivität und Anzahl der menschlichen natürlichen Killerzellen werden erhöht und können somit eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs haben.
- Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol werden reduziert, was zur Stressbewältigung beiträgt.
- Die Schlafqualität wird verbessert.
- Angstzustände, Depressionen, Wut, Müdigkeit und Verwirrung werden reduziert.
- Die Vitalität wird erhöht.
Insgesamt deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass Shinrin–yoku präventive Wirkungen auf chronische, nicht übertragbare Krankheiten haben könnte. Die Teilnehmer beschrieben weniger Stress und ein erhöhtes Gefühl von Entspannung, Frieden und Glück. Doch welche Ursachen liegen diesen Effekten zugrunde? Um sich möglichst effektiv mit der Lebensenergie im Wald zu nähren, sollte man alle Naturimpressionen bewusst und mit allen Sinnesreizen aufnehmen. Dies bedeutet, dass alle Sinnesorgane (auditiv, visuell, taktil, gustatorisch und olfaktorisch) in Anspruch genommen werden sollten.