„Baum, Baum, Baum“ antwortete eine Bekannte auf die Frage, warum sie nicht vom Wandern fasziniert sei. Vielleicht war die Schülerin noch nicht bereit für den Meister (Natur). Trotzdem gab mir ihre Antwort Anstoss zum Nachdenken. Ist Baum gleich Baum und Wald gleich Wald? Sind die Lebensenergien aus dem Wald immer dieselben oder gibt es Unterschiede? Welche Kommunikationskänale werden benutzt und wie interagieren sie mit uns? Doch zunächst zur Frage, wie die Bäume untereinander in einem gesunden, natürlichen Wald kommunizieren. Über das Wurzelwerk, die Blätter und mit Hilfe von Pilz-Hyphen können Bäume chemisch, olfaktorisch und elektrisch untereinander ‚Nachrichten‘ über einen Parasitenbefall weitergeben, um sich so besser gegen Parasiten und Fressfeinde zu schützen.
Nun haben wir als Menschen nicht die gleichen Kommunikationskanäle wie Bäume, aber trotzdem sind wir in der Lage, die Kommunikation von Bäumen aufzunehmen, wenn auch oft nur unterbewusst bzw. mithilfe unseres Immunsystems als Sinnesorgan. Bäume verströmen eine Vielzahl von Düften – oft in Form flüchtiger organischer Verbindungen (volatile organic compounds – VOCs), die für den charakteristischen Geruch der Wälder verantwortlich sind. Diese Terpene nehmen wir über die Nase zwar auf, aber das eigentliche Riechorgan, das sogenannte Riechepithel, ist eine feine Zellschicht in der Nasenhaupthöhle. Beim Menschen beträgt dieses Epithel ca. 10 cm2. Die Riechzellen im Epithel reichen bis in die Riechkolben des Gehirns und leiten Geruchsinformationen direkt ans limbische System weiter.
In Südkorea zeichnet sich ein Wandel in der Beziehung zum Wald ab. Statt den Wald als eine rein (forst)wirtschaftliche Ressource mit Erholungseffekt quasi als Nebeneffekt zu betrachten, wird der Wald unter dem Aspekt der Waldheilung neu bewertet. Aber um die Anfangsfrage zu beantworten, ja es gibt eindeutige Unterschiede zwischen der Terpenvariabilität und auch Stärke in einer Waldplantage und einem natürlichen Ur–Wald, der unberührt von menschlicher Hand geblieben ist.